Etappe 28: Meran – Mezzolombardo

Daten:

Meran

Meran

Dauer: 10:35 – 17:03
Länge: 76 km
tatsächliche Länge: 77,44 km
reine Fahrzeit: 4h 03m 01s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,11 km/h
Profil: Hügel/Flach
Wetter: Nieselregen bis Sonnenschein. Ziemlich kalt bis relativ warm.

Eindrücke:

Es ist grau! Eine Wolkendecke bedeckt das Tal nach Bozen. Wir sind zudem relativ spät dran, weil wir noch im EuroSpar einkaufen müssen. Wir wollen heute etwas Strecke hinter uns bringen und daher entscheiden wir uns statt der Via Augusta den Etschradweg (die Radautobahn) zu fahren. Allerdings habe ich die glorreiche Idee erst in Bozen diese Vereinfachung des Weges vorzunehmen. Wir fahren jetzt also die nicht mehr ausgeschilderte Via Augusta, um im Nieselregen noch ein paar mehr landschaftliche Eindrücke zu bekommen. Was für ein Quatsch. Zum einen geht es im Gegensatz zur Radautobahn am Hang entlang und so bedeutet jedes Verfahren viel Arbeit um es zu korrigieren, zum anderen macht das Wetter nur mürbe und man hat kein Spaß an der Landschaft. Nach 18 km schaffen wir es vorzeitig auf die Radautobahn zu kommen (Dort steht ein Schild: Meran 10 km).

Wieder auf der Radautobahn

Wieder auf der Radautobahn

Nun geht es zügig voran. Endlich mal etwas Strecke schaffen! Nach Bozen fahren wir gar nicht erst rein, sondern essen ein „UnterderBrücke-Mittag“ (Winfried: Brot mit frischen Tomaten und festem Käse, Ich: Brötchen mit Frischkäse und getrockneten Tomaten). Dann weiter Radautobahn. Als es nach etwa 50 km aufklart wird es uns bewusst: Die Landschaft ist echt schön. Plötzlich genießen wir die Fahrt. Die Dolomiten beginnen und es wird felsig. Nachdem der Großteil der Etappe gefahren ist, sind wir auch entspannter. Ein positiver Abschluss. Nun sind wir schon nicht mehr in Südtirol.

Radzustand: Ein, zwei Gänge haben Probleme, ansonsten noch ok.

Schmerzen:

Das Knie ist schon arg strappaziert. Dazu kommt in der zweiten Hälfte der Etappe ein konstanter Schmerz in der Sehne hinter dem linken Knie. Der ist wirklich unangenehm!

Wir an der Etsch

Wir an der Etsch

Begegnungen:

Wir sehen heute nicht viele Radler. Entweder Ehepaare oder Rennradschwärme, die die Radautobahn zum Training nutzen. Ganz im Süden von Südtirol treffen wir auf eine Gruppe die spazieren geht. Erst als wir mit dem Fotos machen fertig waren, bemerkten wir, dass die Gruppe Deutsch gesprochen haben muss. Wir haben rein gar nichts verstanden (Winfried beharrt darauf, das sie Österreichisch gesprochen haben, da man dies nun wirklich nicht mehr als Deutsch bezeichnen könnte).

Italienisch:

Heute morgen haben wir die ersten zwei Unterkünfte auf Italienisch gebucht! Wir mussten hoffen, dass wir den Preis richtig verstehen. Ich begann stets, nach einer Verneinung von “parla inglese o tedesco?” mit: „parlo un po` di italiano“ („Ich spreche ein wenig Italienisch.“) und dann führte die Frau auf der anderen Leitung mich mit „Va bene!“ durch das Gespräch.

Ausblick:

Ab morgen soll die Sonne rauskommen. Der Tag wird anstrengend, sollte aber zu packen sein.

Bei Mezzolombardo.

Bei Mezzolombardo.

Dolomiten! Bella!

Dolomiten! Bella!

Advertisements

Etappe 27: Reschen – Meran

Daten:

Der Kirchturm von Altbraun.

Der Kirchturm von Altgraun.

Dauer: 10:15 – 15:06
Länge: 80 km
tatsächliche Länge: 83,07 km
reine Fahrzeit: 3h 44m 55s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 22,16 km/h
Profil: Abfahrt
Wetter: heiter bis Regen. Temperaturen wechselnd zwischen gefühlt 8 bis 20 Grad.

Eindrücke:  

Am Morgen geht es erst um den Reschensee herum. Da es gestern nur gegossen hat ist der nicht asphaltierte Weg von vielen Pfützen gesäumt. Dann beginnt die Autobahn – die Radautobahn. Eine asphaltierter, breiter Radweg bis hinunter nach Meran. Der erste Teil ist bisweilen sehr steil (20% Gefälle!) und so sind vor allem die Finger mit bremsen beschäftigt. Später führt der Weg durch Apfelfelder, an der rauschenden Etsch entlang oder durch kleine Südtiroler Dörfer. Es geht weiterhin leicht bergab und so sind wir sehr schnell unterwegs und kommen ohne größere Pause aus. Das Wetter wird je näher wir Meran kommen immer unbeständiger. Am Ende kommen wir doch noch in einen kleinen Schauer. Das Etschtal ist vollkommen anders als die österreichischen Alpen, es ist breit und sehr grün mit flacher abfallenden Hängen. Eine wunderschöne Landschaft.

Blick ins Obere Etschtal

Blick ins Obere Etschtal

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: 

Das Knie ist wieder klar überlastet. Mit Rothenburg, der bis jetzt schlimmste Tag! Ich hoffe das es sich wieder etwas beruhigt und ich gut über die letzten Berge kommen, die schon übermorgen beginnen.

Begegnungen:

Hier ist alles und jede(r) unterwegs, der/die/das an ein Fahrrad kommt. Ich alterniere in meinen Begrüßungen zwischen “Morgen!”, “Hallo!”, “Ciao!”, “Servus!” und “Grüß Gott!”. Ich glaube ich liege meistens daneben. Die beste Tagesreisetruppe, die wir sehen sind 5 Männer mit ihren Kleinkindern auf dem Kindersitz hintendrauf. Die Kinder wissen gar nicht wie ihnen geschieht, wenn ihre Papas den Berg runter rasen.

Erstes Castel auf dem Weg

Erstes Castel auf dem Weg

20 km vor Ende saugen wir uns noch ein Mal an eine dreiköpfige Rennradgruppe heran. In deren Windschatten fahren wir mit einem hohen Tempo Richtung Tal. Es ist immer eine gute Motivation sich an fremde Gruppen dranzuhängen: Man MUSS das Tempo mitgehen, so wird man gepushed.

Pension:

Noch mal ein paar Worte zu unserer Pension in Reschen: Beste Aussicht, die ich je von einem Raum aus hatte (siehe letztes Foto gestern!). Super Service von einer ohne Hintergedanken freundlichen Pensionschefin. Unter anderem durften wir unsere Wäsche waschen und trocknen ohne Gebühr und am nächsten Tag half sie uns noch eine Unterkunft in Meran zu finden! Danke!

Ausblick:

Es geht weiter abwärts! Wir wissen nur noch nicht wie weit. Da es Regen geben wird schenken wir uns wohl Bozen.

Die Etsch.

Die Etsch.

Radautobahn

Radautobahn

Etappe 26: Pfunds – Reschen

Daten:

Dauer: 11:02 – 15:35
Länge: 30 km
tatsächliche Länge: 29,66 km
reine Fahrzeit: 2h 13m 01s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13,38 km/h
Profil: Berg
Wetter: Startet grau, Sonne kommt zum richtigen Zeitpunkt raus, endet grau.

Eindrücke:

Schön felsig.

Schön felsig.

Morgens, bedeckt im Inntal.

Morgens, bedeckt im Inntal.

 

Es klart auf. Blick nach CH.

Es klart auf. Blick nach CH.

Der neue Reschen im Felsen.

Der neue Reschen im Felsen.

 

Noch eine Kehre.

Noch eine Kehre.

Eine von elf Kehren.

Eine von elf Kehren.

 

Auch wenn es nicht danach aussieht...

Auch wenn es nicht danach aussieht…

Dreiländereck.

Dreiländereck.

 

…wir hatten Spaß an diesem Pass.

…wir hatten Spaß an diesem Pass.

 

Schloss Naudersberg.

Schloss Naudersberg.

Mittag in Nauders.

Mittag in Nauders.

 

Letzter Teil des Passes voraus.

Letzter Teil des Passes voraus.

Sogar die Bergspitzen zeigen sich!

Sogar die Gipfel zeigen sich!

 

Reschen am See.

Reschen am See.

Italia!

Italia!

 

Was für ein Ausblick

Was für ein Ausblick

 

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: 

Vollkommene Lethargie! Muskeln, Knie, Blauer Fleck von gestern und überhaupt alles haben keine Lust mehr auf Bewegung. Das Gewitter morgen, das uns den Ruhetag bringt, kommt mir sehr gelegen.

Zitat des Tages:

“Da fährt man 600 Höhenmeter hinauf und dann wird der höchste Punkt Norbertshöhe genannt. Das könnte auch der höchste Berg Norderstedts sein.”

Begegnungen:

Morgens treffen wir ein E-Rad Ehepaar Ü50, das eine Tour vom Ruhrgebiet nach Füssen vom Vorjahr nach Italien fortsetzt. Erstaunlicher war noch die Familie (Frau, Kind, Mann, Kind), die wir auf dem Reschenpass überholten. Sie hatte einen Tourführer und waren auf Mountainbikes unterwegs (mit Gepäcktransport). Während der Begleiter der Frau gut zu sprach waren die beiden Kinder mit dem Vater schon mal eine Kehre weiter gefahren. Während wir in Nauders unser Mittag zu uns nahmen, sahen wir den Mann mit seinen Kindern wieder. Man könnte wilde Theorien aufstellen zum Verbleib der Ehefrau und des Tourführers. Lassen wir es lieber.

Ausblick:

Morgen warten wir den wettertechnisch schlechtesten Tag der Woche (hoffentlich kommt da nicht noch schlimmeres!) ab, um dann bei heiterem Wetter am Donnerstag nach Meran runter zu rollen.

Etappe 25: Imst – Pfunds

Daten:

Der Inn

Der Inn

Dauer: 10:51 – 15:47
Länge: 50 km
tatsächliche Länge: 53,87 km
reine Fahrzeit: 3h 10m 39s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16,95 km/h
Profil: Hügel
Wetter: Steigerungsregen. Etwas wärmer als gestern.

Eindrücke:

Im Hostel in Imst treffen wir eine fünfköpfige Wandergruppe aus England in unserem Alter. Sie kommen alle aus Shrewsbury und leben jetzt über das ganze Land verteilt. Es war sehr unterhaltsam mit ihnen und später kam sogar eine politische Diskussion auf. Dabei wurde deutlich: Angela Merkel hat auch im Ausland große Fans.

jüngerer Inn

jüngerer Inn

Am Morgen regnet es. Wir schauen auf das Regenradar im Internet und versuchen die ideale Regenpause abzupassen. Das erste Mal losfahren brechen wir noch ab, da es wieder anfängt. Das zweite Mal bleibt es trocken – 10 Minuten. Bis Landeck regnet es durchgehend schwach. In Landeck (20 km) nutzen wir den Aldi zum einkaufen und essen etwas Kleines. Als wir wieder losfahren ist es trocken – 20 Minuten. Der Regen wird jetzt immer stärker. Irgendwann prasselt es als ob es kein Morgen gäbe. Die Füße bilden zusammen mit den Socken nur noch einen Klumpen. Wenn ich einen Zeh bewege wird mein Fuß kalt – ich lass es lieber. Dann stellt sich irgendwann das Egal-Gefühl ein. Die Motivation ist ungebrochen vom Regen und wir fahren angenehm und vollkommen durchnässt die letzten Kilometer am Inn lang. Nachdem wir angekommen sind regnet es einfach weiter.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: 

Ich am Inn

Ich am Inn

Ein Mal rutsche ich von der Pedale ab und haue sie mir hinten in die Hacke. Das war der Schmerz des Tages. Ansonsten geht das Knie weiter mit. Ich bin wieder besser dabei, auch Winfried hatte das Gefühl, dass meine Beine heute besser sind. Vielleicht liegt es am Regen. Allerdings könnte es auch sein, dass meine Erschöpfung, die mich seit der dritten Woche dämpft, wieder weicht.

Zitat des Tages:

“Jetzt brauchen wir heute Abend wirklich Internet! Dann können wir nachgucken, ob Aldi in ganz Österreich Hofer heißt.”

Begegnungen:

Heute fahren wir nur am Inn entlang. Das bedeutet wieder mehr Familien und Paare/Ehepaare auf der Strecke. Wir unterhalten uns mit den verschiedensten Leuten:

Was Winfried vom Wetter hält

Was Winfried vom Wetter hält

  • Paar, aus dem Raum Stuttgart, gut ausgerüstete Trekkingräder, Tour: Füssen – Venedig
  • vierer Männertruppe, aus Stuttgart, neue Mountainbikes, Tour: Füssen – Venedig (mit Gepräcktransport)
  • älterer Herr, aus den Niederlanden, Mountainbike, Tour: Verona – zu hause (mit Klamotten für zwei Tage!)

Ausblick:

Hoffen wir auf regenfreie Stunden morgen für unseren Aufstieg nach Reschen.

Etappe 24: Lermoos – Imst

Daten:

Guten Morgen!

Guten Morgen!

Dauer: 09:17 – 12:52
Länge: 30 km
tatsächliche Länge: 33,97 km
reine Fahrzeit: 2h 41m 12s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 12,64 km/h
Profil: Berg
Wetter: Heiter. Auf dem Berg war es recht kühl, im Tal wurde es sehr warm.

Eindrücke:

Am Morgen genießen wir unser Frühstück in einem kleinen Frühstückszimmer mit zwei Seniorinnen und Schlagern aus dem Radio. Wir schwingen uns gestärkt aufs Rad und hängen nach drei Metern im Berg. Der Fernpass geht direkt los und hat eine gleichmäßige Steigung. Zum Glück ist es nicht zu steil und nicht zu schotterig auf dem Forstweg und so fahren wir mit Durchschnittlich 8,6 km/h den Pass hinauf. Oben bietet sich dann ein wunderbarer Blick über das Tal.

Weißensee.

Weißensee.

Runter geht es nun die berühmt, berüchtigte Strecke, die besser mit dem Mountainbike zu befahren ist. Tatsächlich wird es recht schmal und sehr holprig! An der einen Seite Felsen und an der anderen den Abhang zu haben ist keine Seltenheit, daher werden die Zeige- und Ringfinger gut strapaziert. Nachdem wir den Fernpass hinter uns haben geht es rollend ins Inntal. Es wird wärmer und schöner. Ein halber Ruhetag war es am Ende, so früh sind wir am Ziel.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: Das Knie kommt mit und muss auch noch weiter.

Begegnungen:

Am Fernpass treffen wir Mountainbiketruppen: In 6 Tagen an den Gardasee mit Gepäcktransport. Während Winfried an ihnen vorbeifährt warte ich bis alle vorbei sind und hänge mich hinten dran. Das Tempo am hinteren Ende reicht mir und bringt mich gut den Berg hinauf. Zudem muntert der Tourführer dort gerade das Schlusslicht auf – das hilft auch mir!

Auf dem Fernpass!

Auf dem Fernpass!

Tatsächlich sehen und treffen wir auch noch andere Trekkingradfahrer, die mit viel Gepäck unterwegs sind. Eine vom Typus Familie mit (fast) erwachsenem Kind und einige Einzelgänger. Einer davon ist Christian, mit dem wir zu Mittag speisen. Christian ist das Gegenstück zu mir. Nicht nur ist er voll im Training (Er hat dieses Jahr den Wien-Marathon mitgelaufen), sondern er will am Tag möglichst weit kommen. Dabei campt er wild. Bis jetzt ist er durch Städte wie Krefeld, Mainz, Wertheim und Augsburg gekommen, mit durchschnittlich 160 km am Tag. Es sollen folgen: Innsbruck, Wien, Prag und Dresden. Während wie überlegen heute noch weiter als Imst zu fahren, mahnt er sich endlich etwas weniger zu fahren und die Reise mehr in sich aufzunehmen.

Ausblick:

Wir haben den Ruhetag aufgrund der Wetterprognose verschoben. Da es am Mittwoch am schlimmsten sein soll, wollen wir in den nächsten zwei nur leicht verregneten Tagen hoch nach Pfunds und dann Reschen. Nach einem Tag Pause in Reschen sollte es am Donnerstag laut Wetterbericht in Norditalien freundlicher werden.

Am Hang.

Am Hang.

Etappe 23: Füssen – Lermoos

Daten:

Unten: Glatte Gletschertäler.

Unten: Glatte Gletschertäler.

Dauer: 09:15 – 14:01
Länge: 42 km
tatsächliche Länge: 41,47 km
reine Fahrzeit: 2h 42m 44s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,28 km/h
Profil: Berg
Wetter: Morgens heiter, schlägt schnell um in Dauerregen.

Eindrücke:

Die ersten Kilometer rein in die Alpen sind schnell gemacht. Es geht den Lech hoch nach Reutte. Das Wetter beginnt sich schon dort zu ändern, nach kurzem überlegen beschließen wir den Anstieg nach Heiterwang gleich in Angriff zu nehmen. Es erwarten uns drei starke Anstiege. Es beginnt mit dem ersten: Schotter. Das Rad dreht hinten durch, da dieser Schotter sehr grobkörnig ist. Es dreht noch ein Mal durch und ich muss anhalten. Winfried schafft es weiter zu fahren und zieht davon. OK – durchatmen und wieder versuchen loszufahren! Nicht so einfach, da es ganz schön steil ist. Doch dann, im niedrigsten Gang komme ich los und es strengt sehr an, aber ich komme ich hoch. Das Rad dreht wieder durch – Wieder – Wieder – Ich muss anhalten – Frust – Ärger. Ich versuche das Rad wieder in Stellung zu bringen, um wieder aufzusteigen – Versuche anzufahren – scheitere – Frust – Zorn. Nächster Versuch klappt. Es geht weiter hoch, dann dreht das Hinterrad wieder durch. Ich steige wieder ab, bin wieder frustriert und versuche wieder anzufahren. Irgendwann bin ich oben (Winfried kam auf halben Weg runter, um mir eventuell helfen zu können. Hätte ich es nicht geschafft hoch zu fahren, hätte ich ihn gebraucht zum Schieben! Zu viel Gepäck und zu steil und zu viel verdammter Schotter!).

Oben: über Heiterwang ziehen Wolken auf.

Oben: über Heiterwang ziehen Wolken auf.

Die zweite und dritte harte Steigung kommen wir besser hoch, doch ich pumpe ganz schön. In Heiterwang gibt’s dann Mittag. Es beginnt zu regnen und hört nicht auf. Also beschließen wir die letzte Stunde im Regen weiter zu fahren. Es hatte sich so richtig schön eingeregnet. Zum Glück war unsere Ausrüstung dem gewachsen. Man kann zwar nicht von Spaß reden, doch eine richtige Qual war es auch nicht. Trotzdem sind wir froh, dass in Lermoos Schluss ist.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: 

Das Knie tut weh, das Knie macht Sorgen und das Knie macht weiter mit.

Pension:

Regen

Regen

Morgens im Hotel nahmen wir zum Frühstück auch noch die Beschwerden des Hotelangestellten entgegen: Schrecklicher Chef, inkompetente Abteilungsleiterin, Dienstpläne kommen zu spät, chronisch unterbesetzt, Vorgesetzte gehen nicht auf Anregungen ein, keine Zeit für Kunden. Wir wünschen ihm, dass er schnell hier weg kann, damit er mit seiner Nichte zum Bodensee und mit seiner Tochter länger als 5 Tage an Pfingsten in den Urlaub kann.

Begegnungen:

Am Schotteranstieg des Grauens erklärt uns ein durchtrainierter Lehrer aufm Mountainbike, der mit seinen zwei Söhnen unterwegs war, das der Rest des Fernpasses nicht mehr so schlimm sei, wie diese Steigung. Ein Glück!

Abends: Es klart auf.

Abends: Es klart auf.

Selbstbetrachtung:

Würde ich Winfried und mich am Berg sehen würde ich folgendes zu berichten haben: Männliches Duo unter 25, relativ ungleich, der eine kommt sportlich den Berg hoch, der andere quält sich hinterher, zu allem Überfluss musste der kleinere, sich quälende auch noch seinen ganzen Hausrat den Berg hoch schleppen!

Ausblick:

Morgen wird es kurz und nur etwas knackig: Fernpass hoch und wieder runter. Da es eine schwer zu fahrende Abfahrt ist, hoffen wir auf gutes Wetter.

Etappe 22: Denklingen – Füssen

Daten:

Es geht auf die Alpen zu.

Es geht auf die Alpen zu.

Dauer: 10:03 – 15:11
Länge: 55 km
tatsächliche Länge: 55,29 km
reine Fahrzeit: 3h 14m 24s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,06 km/h
Profil: Flach/Hügel
Wetter: heiter.

Eindrücke:

Vom Start weg sehen wir die Alpen: Da geht es hin! Wir radeln heute bei guten Wetter den Lech entlang, leicht bergauf. Es wird wieder etwas hügeliger. Am Lechstausee essen wir zu Mittag und dann geht es schon weiter an den Forggensee (Bevor ich noch mal genau nachgelesen habe, dachte ich er hieße Foggernsee. Ich bin nicht zufrieden mit dem echten Namen!). Wir fahren rein in die Touristenmetropole Füssen/Schwangau und können im Hotel zwar italienische, chinesische, russische, englische und japanische Fernsehsender genießen, jedoch kein Internet.

Immer näher.

Immer näher.

Abends gibt es in einem schönen Restaurant mit Blick auf die Alpen nicht nur etwas WLAN, sondern auch ein nettes Gespräch mit einem Ehepaar aus Hessen. Neuschwanstein zu besichtigen hätte sich nicht gelohnt: Alles voller Menschen (Zumeist anscheinend Asiaten).

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: 

Das Knie macht sich wieder bemerkbar. Ich hoffe morgen geht es gut hoch!

Begegnungen:

Gleich zu Beginn der Etappe, wir fahren grade den ersten Hügel hoch, überholt uns (ok, nur mich. Winfried musste mit ihnen mithalten) ein Ehepaar des Typus I. Sie wirken recht entspannt – E-Bike! Wir treffen sie in der Folgezeit immer wieder: Mal überholen sie, dann wieder wir. Irgendwann kommt man ins Gespräch. Er: Sein Navi hat die Radfernwege von 27 Staaten in Europa drin (Sie verfahren sich häufiger als wir!). Zudem hat er alles mit was man zum Campen braucht, inklusive Tisch und Stühle. Er wirkt beseelt als er Winfried mit jedem technischen Schnickschnack seines Bikes vertraut macht. Sie: folgt – ihm zu Liebe.

Forggensee mit Neuschwanstein.

Forggensee mit Neuschwanstein.

Noch ein Satz zu E-Bikes: Es ist unheimlich frustrierend am Berg gut gelaunt überholt zu werden. Doch wenn man von den zwei künstlichen Kniegelenken erfährt, versteht man warum E-Bikes ne tolle Erfindung sind!

Ausblick:

Also morgen erste Alpenetappe. Eine starke Steigung geht es dabei zu überwinden. Wir wollen möglichst früh los, um dem angesagten Regen zu vor zu kommen.

Märchenhaft.

Märchenhaft.