Author Archives: robinrichterhamburg

Etappe 34: Treviso – Venedig

Daten:

Raus aus Treviso.

Raus aus Treviso.

Dauer: 09:12 – 13:26
Länge: 50 km
tatsächliche Länge: 45,66 km
reine Fahrzeit: 2h 27m 37s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,57 km/h
Profil: Flach
Wetter: Sonne, etwas drückend.

Eindrücke:

Die ersten fünf Kilometer genieße ich noch ein Mal in vollen Zügen: Letzte Etappe! Dann hätte es aber auch vorbei seien können. Irgendwie möchte ich nur noch ankommen. Ist vielleicht auch besser so, dann will ich nicht gleich wieder so eine Tour machen! Es ist heiß und wir fahren auf eher verkehrsreichen Straßen. Dann geht es auf einen nicht asphaltierten Wirtschaftsweg. Ich weiß nicht ob es einfach das Lagunen Klima ist, aber plötzlich fängt die Insektenplage an! Am Schlimmsten sind große Schwärme Fruchtfliegen, die überall (wirklich überall!) hängen bleiben und mitfahren wollen.

überschwemmte Unterquerung.

überschwemmte Unterquerung.

 

Zu allem Überfluss ist dann auch noch die einzige Autobahnunterquerung wegen Bauarbeiten gesperrt und ist mit Wasser vollgelaufen. Nicht lange nach Auswegen suchen, einfach durch! Mit nassen Füßen fährt es sich so wie so besser. Nach einem ganz guten Mittag 30 km vor Venedig, beschließen wir nicht mit dem Fahrrad reinzufahren und bis zum Marktplatz mit dem ganzen Gepäck zu fahren (Im Nachhinein eine unglaublich weise Entscheidung). Also fahren wir direkt nach Mestre (Ist ja auch Venedig!). Am Ziel!

Radzustand: unverändert.

Schmerzen: egal.

Ausblick:

Jetzt gibt es Urlaub vom Urlaub! Italien. Dann geht das “normale” Studentenleben wieder los. Ob ich noch ein Mal so eine Tour mache weiß ich nicht, aber fürs erste reicht es mir mit Fahrradfahren.

Danke an euch alle, die meinen Blog verfolgt haben! Es hat mir viel Spaß gemacht und es war sehr schön, zu sehen das ich es nicht nur in den Wind schreibe! Gerade beim “einsamen” Teil der Reise war es toll seine Erlebnisse teilen zu können. Vielen Dank!

Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

 

Anna und ich

Anna und ich

Markusplatz

Markusplatz

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Etappe 33: Feltre – Treviso

Feltre

Feltre

Daten:

Dauer: 09:46 – 15:48
Länge: 75 km
tatsächliche Länge: 75,63 km
reine Fahrzeit: 3h 56m 54s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,15 km/h
Profil: Flach
Wetter: heiter und heiß.

Eindrücke:

Piave Tal

Piave Tal

Es geht raus aus den Alpen! Erst mal fahren wir auf der Bundesstraße (in der Karte verzeichnete Strecke) ins Piavetal. Ich wollte schon immer mal von LKWs überholt werden! Nachdem wir runter von der Straße sind, können wir das letzte Alpental richtig genießen. Die Berge werden stetig niedriger bis sie ganz verschwinden und nur noch am Horizont sichtbar sind.

Die Motivation ist jetzt nicht mehr sehr hoch. Ankommen heißt die Parole! Schließlich haben wir nur Venedig im Kopf – doch das kommt morgen. Nachdem wir uns den Weg nach Triviso gesucht haben, freuen wir uns über ein sehr schönes Pensionszimmer und betrachten die Stadt. Ein kleines Venedig, mit Kanälen und teuren Geschäften! Zudem wurde hier vermeintlich das Tiramisu erfunden, kann also nur eine tolle Stadt sein!

Radzustand: unverändert.

Ende der Alpen

Ende der Alpen

Schmerzen: 

unverändert. Die Knie freuen sich auf Ruhe!

Begegnungen:

Es begegnet uns keine anderen Radfahrer, bis auf einen einsamen Rennradfahrer.

Ausblick:

Morgen geht es also dem Ende der Reise entgegen! Venedig! Das Ziel! La grande finale! Das Wetter verspricht großartig zu werden. Freude!

Kanal in Treviso

Kanal in Treviso

Italienische Stadt im Flachen

Italienische Stadt im Flachen

Etappe 32: Lamon – Feltre

Daten:

Dolomiten

Dolomiten

Dauer: 10:14 – 14:02
Länge: 25 km
tatsächliche Länge: 25,57 km
reine Fahrzeit: 1h 54m 41s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13,38 km/h
Profil: Berg
Wetter: Regen.

Eindrücke:

Es sieht gar nicht so schlecht draußen aus, doch als wir nach einem super Frühstück aufs Rad steigen fängt es an zu nieseln. Da der Regen immer stärker wird, halten wir schon nach einem Kilometer wieder an, um erst Mal abzuwarten. Tatsächlich nieselt es nach 20 Minuten nur noch. Sogleich beginnen wir den Aufstieg auf den letzten Pass der Reise. 650 Höhenmeter auf 11 Kilometer. Auch wenn das Wetter nicht stimmt ist dieser Pass der wahrscheinlich Schönste. Die Landschaften ist steil und bewaldet und die Gipfel ragen mächtig in den Himmel. Auf halber Strecke fängt es an zu Schütten. Ich beiße auf die Zähne: Sempre dritto! (Immer geradeaus!) Letzter Pass!

Alkohol, Glaube und Natur

Alkohol, Glaube und Natur

Irgendwann sind wir tatsächlich oben. Dann geht es 800 Höhenmeter runter nach Feltre! Auf der vollkommen durchnässten Straße sind das jetzt große Strapazen für die Finger. Zudem sind wir fast durchgefroren als wir untern ankommen, obwohl wir unsere wärmsten Klamotten tragen. Gut das heute praktisch ein halber Ruhetag ist, das Wetter gibt auch nicht mehr her. Später klart es zum Glück noch auf. Mal sehen was die historische Altstadt hergibt.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen:

Letzter Berg! Meine Knie sind rüber, haben aber immer wieder gemault. Jetzt ist es ja auch vorbei.

Begegnungen:

Passstraße

Passstraße

Wir warteten den Regen in einer Bar ab. Dort treffen wir einen waschechten italienischen Dittsche an. Er kann leidlich Deutsch, da er zehn Jahre in Münster eine Eisdiele hatte. So bequatscht er uns mit seinen Lebensweisheiten und seiner Kenntnis von Deutschland. Informativ.

In Sovramonte mache ich gerade ein Foto vom Rathaus, da fährt ein Auto vorbei und der Besitzer kurbelt sein Fenster herunter. Ob wir die Via Claudia fahren würden, das sei ja eine tolle Strecke und überhaupt beglückwünscht er uns zu der Tour. Italiener scheinen viel freundliches Interesse für ihre Mitmenschen zu haben. Schön!

Ausblick:

Morgen soll das Wetter besser werden. Das hoffe ich auch, schließlich machen wir noch ein Mal richtig Kilometer! Es geht nach Treviso.

Talansicht

Talansicht

Letzte Kirche vorm Pass

Letzte Kirche vorm Pass

Etappe 31: Pieve Tesino – Lamon

Daten:

Pieve Tesino

Pieve Tesino

Dauer: 11:41 – 15:13
Länge: 30 km
tatsächliche Länge: 32,96 km
reine Fahrzeit: 2h 19m 34s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,16 km/h
Profil: Berg
Wetter: leichter Dauerregen

Eindrücke:

Es regnet. Nachdem wir unsere Sachen gepackt haben setzen wir uns in die Bar und warten noch ein wenig ab (“pioggia” wird das Wort des Tages). Nach drei Spielen Hanabi, haben wir das Gefühl, dass sich der Regen etwas gelegt hat. Wir haben nicht viele Kilometer vor uns, so sind wir nicht gestresst durch das späte loskommen. Allerdings regnet es unverändert und das ändert sich auch bis zum späten Nachmittag (als wir schon angekommen sind) nicht. 

Talblick in Castello Tesino

Talblick in Castello Tesino

In Pieve Tesino haben wir die erste Wahlmöglichkeit: Auf der viel befahrenen Hauptstraße oder auf der halb asphaltierten, halb geschotterten, viel längeren Via Claudia nach Castello Tesino. Nach Besprechung mit Einheimischen (Wichtig war das Wort “Ponte” – Brücke zu hören!, denn es geht über einen Bergbach) entscheiden wir uns für letzteres. Eigentlich sagt die Karte: Es geht abwärts, doch das stimmt nicht. Langsam geht es asphaltiert bergauf… Vor allem kommt diese bescheuerte Brücke nicht (Wir fahren in ein Bachtal hinein und müssen rüber). Es ist unheimlich kräftezehrend, kalt, nervig und vor allem frustrierend. Nach 3 km zu viel kommt die Brücke endlich. Ich hab überhaupt keine Lust mehr.

In Castello Tesino sind wir mitten in der Wolke und stehen vor der gleichen Entscheidung wie eben, jetzt geht es nach Lamon. Wir nehmen diesmal die Landstraße, vor allem weil sie praktisch nicht befahren ist. Es wechseln sich starkes Gefälle und starke Steigungen ab, überhaupt ist dieser Teil der Alpen recht steil. Wir haben unser Schicksal allerdings akzeptiert und fahren einfach bis zum Ende durch.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen:

Das rechte Knie stellt am Abend einen Antrag auf Auswanderung, muss allerdings noch drei Tage durchhalten – wird es auch!

Kirche in Castello Tesino

Kirche in Castello Tesino

Begegnungen:

Ich möchte kurz die Lagebesprechung in Pieve Tesino schildern. Als Winfried gerade aus dem Supermercato kommt sehe ich einen älteren Herren aus einem Forstauto steigen. Ich spreche ihn an um Informationen über die Befahrbarkeit der Via einzuholen. Wir versuchen uns etwas zu verständigen, dann führt er mich zu einer Bar und spricht einen Herren vor dem Tresen an: Dieser hier kenne die Gegend besser! Sogleich fragt der mich wiederum: “tedesco?”. Nachdem ich dies bejahte wandte er sich an die Barfrau, sie kann etwas Deutsch! Nach kurzem hin und her ist sich das Expertenkonsortium sicher: Gut befahrbar!

Pension:

Beste Unterkunft die wir je hatten! Wunderschönes kleines Haus mit einem wunderbaren Zimmer mit Balkon. Wir dürfen Tümmeln und Schleudern im Tümmler und in der Waschmaschine. Alles ist schön bunt (aber nicht kitschig!) und fröhlich. Wir sind auch nicht im Ort, sondern in einem kleinen Ort hinter Lamon der eigentlich nur aus einer Serpentine der Landstraße besteht. Um diese Serpentine sind die Häuser angelegt.

Landstraße nach Lamon

Landstraße nach Lamon

Italienisch:

Mit einem kruden Mischmasch aus Deutsch und Italienisch können wir uns mit dem sehr zuvorkommenden Ehepaar, das das B&B betreibt, unterhalten. Gleich als wir ankommen bietet uns der Mann an, dass er uns später mit dem PKW zur 3 km Entfernten Pizzeria bringen könnte, zumindest verstehen wir das. Doch als wir um halb acht bereit sind, merken wir, dass wir das falsch verstanden haben. Er fährt uns nicht… er leiht uns seinen “Lamborghini”, einen alten Renault. Die Pizzen sind übrigens sehr gut! Winfried bestätigt dies jeden Abend wieder (Er hatte heute seine sechste in Folge!).

Ausblick:

Letze richtige Bergetappe steht an. Da wir nur in Feltre eine Unterkunft gefunden haben, wird morgen sehr kurz. Es geht ein Mal über den Berg. Leider soll es wieder kein gutes Wetter geben.

Etwas Auflockerung

Etwas Auflockerung

Etappe 30: Levico Terme – Pieve Tesino

Daten:

Dolomiten im Sonne-Wolken-Wechselspiel.

Dolomiten im Sonne-Wolken-Wechselspiel.

Dauer: 09:52 – 16:58
Länge: 30 km
tatsächliche Länge: 32,31 km
reine Fahrzeit: 2h 42m 53s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 11,90 km/h
Profil: Berg
Wetter: Sonne mit ein mal weniger, mal mehr Wolken.

Eindrücke:

Wir fahren zu Beginn auf einer weiteren Radautobahn: Dem Brentaradweg. Es läuft gut, denn wir sind wieder fit. In Borgo Valsugana wechseln wir dann nicht nur die Brentaseite, sondern auch das Streckenprofil. Ab jetzt geht es wieder raus aus dem Flusstal und rein ins Gebirge. Es geht steil hinauf, ein Dorf nach dem anderen wird erreicht.

Kurz bevor wir Pause machen wollen kommt ein sehr steiles Stück auf einem engen und sehr schottrigen Weg. Es hilft alles nichts, hier müssen wir zu zweit die Räder hochschieben. Als wir in Samone auf über 600 m ü. NN Rast machen brennt die Sonne auch schon relativ stark. Nichtsdestotrotz sind wir gut gelaunt, wir wussten ja, dass es wieder steil wird. Auch nach der Pause geht es weiter bergauf, diesmal allerdings auf einer schwach befahrenen Landstraße. Als wir in Bieno ankommen bin ich schon echt fertig und brauche etwas Kühles zum Trinken. Zum Glück gibt es nicht nur eine Sprite, sondern auch gleich WiFi dazu! Dies nutzen wir nach den drei internetfreien Tagen sofort aus.

Castel in Borgo Valsugana

Castel in Borgo Valsugana

Als wir wieder aufs Fahrrad steigen ist es schon vier Uhr nachmittags. Nicht so problematisch, sind ja nur noch 12 km. Dann gucke ich noch schnell nach, wo unsere Unterkunft liegt – Ach, die liegt gar nicht in Castello Tesino? Ach, die liegt 400 Meter höher am Berg? Gut das wir nicht gebucht haben! Wir beschließen uns auf dem Weg etwas zu suchen. Dann stehen wir vor einer Entscheidung: relativ befahrene Landstraße oder den ausgeschilderten Weg, der uns noch auf Forstwege führen wird? Wir nehmen den beschriebenen Weg, ist ja gutes Wetter! Straße – Forstweg – Grasweg – enger Pfad – Oh, da gibt es keine Brücke über den Fluss (Eine Brücke gibt es nur für die Landstraße 500 Meter höher). Also weiter dem Abenteuerweg folgen und über die Steine balancieren und das Fahrrad im 20 cm hohen Wasser immer weiter Schieben! Dann ist es ein ganz schmaler Weg, erst zu schlottrig, dann zu abschüssig und schließlich zu steil um zu fahren. Als wir oben ankommen wollen wir die Straße weiterfahren. Relativ schnell sehen wir eine ganz neues B&B auf dem Pass. Da wir oben sind, es schon fünf Uhr ist und wir morgen es morgen so wie so nicht so weit ist, beschließen wir hier zu bleiben.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen:

Borgo Valsugana

Borgo Valsugana

Alles kommt irgendwie mit. Im Gegensatz zu vorgestern war heute auch entspannt. Es war kräftezehrend, aber nicht übertrieben.

Begegnungen:

Heute waren wir relativ auf uns gestellt. Auf dem Brentaradweg sind noch viele Fahrradfahrer unterwegs. Ansonsten sieht man nur Einheimische, die nicht weit fahren und einen warnen: Steil!

Italienisch:

Mit “sempre dritto”, “sinistra” und “destra” (immer geradaus, links, rechts) kommen wir nun schon weiter bei den Wegbeschreibungen.

Ausblick:

Morgen geht es einen Berg weiter mindestens bis Lamon. Dabei ist Forstweg eingezeichnet! Nach heute wissen wir, dass wir da ein bisschen Zeit und Nerven mitbringen müssen!

Winfried auf dem schmalen Weg

Winfried auf dem schmalen Weg

Selfie bei der Überquerung des Flusses

Selfie bei der Überquerung des Flusses

 

Ruhetag Levico Terme

Ein wirklich schöner Ort in den Dolomiten mit kleinem Badesee. Wir entschließen einen Strandtag zu machen und bekommen vom Wetter recht. Bis auf zwei Mal Holländisch hören wir um uns herum nur Italienisch. Der gesamte Tag tut unheimlich gut. Zum einen für die Motivation, aber auch für den Körper. Jetzt sind es noch fünf Tage bis Venedig!

Badeseetag

Badeseetag

Italien! Barilla in ALLEN Sorten für je 75 Cent.

Italien! Barilla in ALLEN Sorten für je 75 Cent.

Etappe 29: Mezzolombardo – Levico Terme

Daten:

Dichte Wolkendecke.

Dichte Wolkendecke.

Dauer: 09:32 – 16:14
Länge: 50 km
tatsächliche Länge: 52,06 km
reine Fahrzeit: 3h 27m 34s
Durchschnittsgeschwindigkeit: 15,20 km/h
Profil: Flach/Berg
Wetter: Sich vollständig auflösende Wolkendecke.

Eindrücke:

Wie gestern grüßt eine undurchdringliche Wolkendecke. Noch ein Mal auf den Wetterbericht im Internet geschaut: Sonne, Sonne, Sonne, Mond – den ganzen Tag klarer Himmel. Irgendwie drückt es die Stimmung. Die 25 km bis Trento reißen wir früh und schnell ab – Die Via Claudia Augusta fährt auf der Etschradautobahn!

In Trento müssen wir den Weg hoch ins Brennfatal (Genauer gesagt fahren wir hoch ins Valsugana. Aus einem der Seen an der Seite entspringt dann die Brenta) finden (Wir sind in Trento auf ungefähr 250 Metern ü. NN. von daher geht es jetzt wieder ordentlich hoch). Kurze Suche durch das Industriegebiet, dann finden wir einen schmalen Weg mit ordentlich Steigung. Wir sind richtig, das sieht hart aus. Wir müssen mindestens 400 Höhenmeter machen! Dieses Mal schafft mich der Aufstieg völlig! Es ist sehr steil auf halbwegs guten, schmalen Asphaltstraßen nach oben. An schönen italienischen Bergdörfern vorbei. Wenigsten klart es vollkommen auf!

Trento

Trento

Ein Mal denke ich wir sind schon im anderen Tal, doch es war wieder nur Trento von einer leicht anderen Seite. Die härteste Steigung kommt zum Schluss. Ich steige vier mal vollkommen entkräftet ab um zu trinken. Fast oben angekommen machen wir in einer Straße halt. Als wir wieder bei Kräften sind und weiter fahren wollen, kommt ein Auto aus der Straße und winkt uns zu. Der Italiener am Steuer spricht gut Deutsch und erklärt uns, dass der Weg dort oben nach nirgendwo führt! Viele Radfahrer auf der Via Claudia hätten den gleichen Fehler gemacht, die Karten seien falsch. Wir sollen ihm folgen! Wir fahren also wieder diese Todessteigung hinab! Zum Glück weist er uns den richtigen Weg.

Die letzten 20 km bis Levico Terme schleppe ich mich – vollkommen fertig! Winfried spürt seine Beine zwar auch, aber er ist noch gut drauf. Ich bin alle.

Radzustand: unverändert.

Schmerzen:

Ich habe den Berg hoch fast immer voll durchziehen müssen. Da blieb keine Zeit an etwaige Verluste zu denken. Heute abend ist alles am Ende. Ich und meine Knie brauchen morgen umbedingt Ruhe!

Ich vor Trento

Ich vor Trento

Begegnungen:

Heute nur Tagestourer.

Doch wir hatten noch einen zweiten Wegweiseengel: Oben angekommen fing eine wunderbare Beschilderung der Route an. Sie endete nach gut 3 km jedoch an einer relativ befahrenen Landstraße. Wir setzten den Weg nach links fort, als uns aus einem Haus ein Mann rief. Er kam heruntergelaufen mit einem Stück Papier in Klarsichtfolie. Auf diesem stand: „Rechts runter vor dem Kreisverkehr nach links nach Pergina fahren“. So konnte er, ohne Deutsch zu können, uns leiten! Ob der Mann dafür vom Radfahrverband bezahlt wird (Winfried merkt an, neue Schilder wären günstiger)?

Ausblick:

Entschluss: Ruhetag! Nicht nur weil wir kaputt sind, sondern auch weil Levico Terme ein toller Ort mit großem Badesee ist. Dann in drei kleinen Etappen über die restlichen Berge (25-35 km pro Tag). Dann noch zwei Tage bis Venedig.

Castel

Castel

Anfang des Valsugana

Anfang des Valsugana